Wenn Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt, bezeichnet man das als Säurereflux – oder häufiger verkürzt einfach als Reflux. Die entsprechenden Symptome wie Sodbrennen oder saures Aufstoßen haben viele Menschen von Zeit zu Zeit. In diesem Ratgeber wird geklärt, was Reflux eigentlich ist, welche Ursachen er haben kann, welche Symptome bei Säurereflux typischerweise auftreten und wie die richtige Ernährung, Lebensstiländerungen und medizinische Behandlung helfen können, die Beschwerden bei Reflux zu lindern.
↓ Was ist Reflux? Definition, Bedeutung und Häufigkeit
↓ Warum Reflux ernst zu nehmen ist
↓ Symptome von Säurereflux: Woran erkennt man Reflux?
↓ Ursachen: Warum entsteht Reflux?
↓ Behandlung der Refluxkrankheit: Was kann man tun?
↓ Ernährung bei Reflux: Was hilft wirklich?
Was ist Reflux? Definition, Bedeutung und Häufigkeit
Das Wort Reflux bedeutet auf Deutsch so viel wie „Rückfluss“. Konkret heißt das, dass bei Reflux Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt – das kommt bei jedem Menschen gelegentlich vor. Der Vorgang an sich ist vollkommen normal und erst einmal noch keine Krankheit. Eine gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) liegt erst vor, wenn durch den Reflux bedingte Beschwerden auftreten oder die Speiseröhre Schaden nimmt.
Die Bedeutung des Begriffs „gastroösophageale Refluxkrankheit“ lässt sich also damit erklären, dass Betroffene regelmäßig unter Sodbrennen oder saurem Aufstoßen leiden und ihre Lebensqualität durch diese Symptome eingeschränkt ist. Nicht immer sind Symptome der Grund für die Diagnose – auch ein Zufallsbefund ist möglich. Wird etwa eine Magenspiegelung gemacht, zeigen sich dabei mitunter Entzündungen (Refluxösophagitis) oder andere Schäden an der Speiseröhre.1
Bei diesen Zufallsbefunden handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um stillen Reflux (auch laryngo-pharyngealer Reflux oder LPR genannt). Bei dieser Art des Refluxes treten die typischen Symptome wie Sodbrennen nicht auf, stattdessen haben Betroffene häufig Beschwerden im Hals- und Rachenbereich. Dazu gehören zum Beispiel Heiserkeit, zwanghaftes Räuspern, Stimmprobleme oder das Gefühl, einen Kloß im Hals zu haben.2
Die gastroösophageale Refluxkrankheit ist eine der häufigsten Erkrankungen des Verdauungstrakts: Etwa 15 bis 25 % der Bevölkerung leiden in Ländern mit hohem Lebensstandard an GERD – die Tendenz ist in den vergangenen Jahren sogar gestiegen.3
Warum Reflux ernst zu nehmen ist
Betroffene sollten die Bedeutung eines chronischen Refluxes nicht unterschätzen. Eine gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) kann unbehandelt negative Folgen für die Gesundheit der Speiseröhre haben:
- Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis): Die Speiseröhrenschleimhaut kann sich durch die dauerhafte Reizung wegen der aufsteigenden Magensäure entzünden.
- Verengung der Speiseröhre (peptische Striktur): Treten Entzündungen häufiger auf, können sich Narben bilden oder die Speiseröhre verengt sich, was Schluckbeschwerden nach sich zieht.
- Barrett-Ösophagus: In einigen Fällen kann als Folge von chronischem Reflux und der damit einhergehenden Entzündung ein Barrett-Ösophagus auftreten. Dabei wird die normale Schleimhaut der Speiseröhre durch eine andere Zellart ersetzt. Der Barrett-Ösophagus erfordert regelmäßige Überwachung, da er eine Vorstufe von Speiseröhrenkrebs ist.
- Speiseröhrenkrebs (Ösophagus-Adenokarzinom): Langfristiger, unbehandelter Reflux ist der wichtigste Risikofaktor für die Entwicklung von Speiseröhrenkrebs. Besonders Menschen, die über viele Jahre starke Beschwerden haben, tragen ein hohes Risiko. Trotzdem besteht nicht automatisch Grund zur Sorge – das absolute Risiko bleibt gering und die meisten Menschen mit GERD entwickeln keinen Krebs.4
Symptome von Säurereflux: Woran erkennt man Reflux?
Die häufigsten Symptome von Säurereflux sind:
- Sodbrennen: ein brennendes Gefühl hinter dem Brustbein, das vom Oberbauch aufsteigt
- Saures Aufstoßen: Aufsteigen von Mageninhalt und saurer Geschmack im Mund
Weitere häufige Refluxprobleme:
- Schluckbeschwerden (Dysphagie)
- Brustschmerzen (können Herzschmerzen ähneln)
- Chronischer Husten
- Heiserkeit oder Kehlkopfentzündung
- Asthmaähnliche Beschwerden
Reflux tritt bei vielen Menschen besonders nachts auf. Das liegt daran, dass der Reflux-Effekt durch die Schlafposition verstärkt werden kann: Im Sitzen oder Stehen arbeitet die Schwerkraft gegen den Reflux – im Liegen ist das nicht der Fall. Deshalb kann Magensäure leichter in die Speiseröhre zurückfließen und die Beschwerden verschlimmern sich häufig nachts oder beim Hinlegen nach dem Essen.5
Ursachen: Warum entsteht Reflux?
Um eine entsprechende Behandlung einleiten zu können, ist es wichtig, die Ursache der Refluxkrankheit zu erkennen. Während mechanische und anatomische Veränderungen der Auslöser sein können, ist noch häufiger der Lebensstil verantwortlich für die Entstehung eines Säurereflux.
Schwacher Schließmuskel
Speiseröhre und Magen sind durch den unteren Speiseröhrenschließmuskel (LES) getrennt. Ist dieser Muskel geschwächt, kann Mageninhalt zurückfließen. Allerdings ist der LES-Druck bei 43 bis 64 % der Reflux-Betroffenen normal – das bedeutet, dass auch andere Mechanismen wie vorübergehende, unwillkürliche Entspannungen des Schließmuskels eine Rolle spielen.6
Zwerchfellbruch (Hiatushernie)
Bei einem Zwerchfellbruch besteht eine Lücke im Zwerchfell, durch die ein Teil des Magens in den Brustraum rutscht. Die Ursache solcher Hernien ist in vielen Fällen unklar; dass sie Reflux erheblich begünstigen, steht allerdings außer Frage. Atemübungen, die auf gezieltes Stärken des Zwerchfells abzielen, reduzieren Refluxbeschwerden, indem sie helfen, den Schließmechanismus zu verbessern.7
Übergewicht
Durch Übergewicht steigt der Druck im Bauchraum an, was ebenfalls zu Reflux führen kann. Das Gewicht zu reduzieren, ist bei dieser Ursache in der Regel die wirksamste Maßnahme. Zu enge Kleidung kann Reflux zusätzlich verstärken. Reflux durch falsche, gebückte Haltung ist als Ursache jedoch nicht bekannt.8
Reflux durch Stress und Angst
Stress, Depressionen und psychische Belastungen sind keine alleinigen Reflux-Ursachen, können Symptome jedoch verstärken. Ist das der Fall, kann Stressmanagement dabei helfen, die Beschwerden zu reduzieren.9
Behandlung der Refluxkrankheit: Was kann man tun?
Es gibt verschiedene Maßnahmen, die bei Refluxproblemen ergriffen werden können. Zur genauen Bestimmung der Auslöser und zum Ausschluss anderer Erkrankungen ist es wichtig, die Ursachen für den Reflux zunächst ärztlich abklären zu lassen.
Wann sollte bei Refluxproblemen eine Arztpraxis aufgesucht werden?
Treten die folgenden Symptome in Zusammenhang mit Säurereflux auf, sollten Betroffene umgehend medizinischen Rat einholen:
- Schluckbeschwerden
- Blutungen (Erbrechen von Blut, schwarzer Stuhl)
- Ungewollter Gewichtsverlust
- Blutarmut (Anämie)
- Starke Brustschmerzen (zum Ausschluss eines Herzinfarkts)10
Es ist allgemein ratsam, Refluxkrankheiten nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Um den Leidensdruck zu senken und die Symptome richtig zu behandeln, ist es entscheidend, bei Beschwerden eine Arztpraxis aufzusuchen, wenn:
- … Reflux-Symptome sich mehr als zweimal pro Woche zeigen.
- … die Symptome trotz Selbstmedikation länger als 2 Wochen andauern.
- … die Säurereflux-Symptome sehr belastend sind und sich verschlimmern.
- … refluxbedingte Schlafprobleme durch nächtliches Erwachen auftreten.11
Lebensstiländerungen, die bei Reflux helfen können
Da Reflux oft durch den Lebensstil bedingt ist, können Refluxprobleme mit diesen Maßnahmen häufig gelindert werden:
- Gewichtsreduktion: Durch die Gewichtsabnahme nimmt auch der Druck im Bauchraum ab – diese Ursache von Reflux kann durch die Gewichtsreduktion beseitigt werden. Gewichtsabnahme ist deshalb eine der wirksamsten Maßnahmen bei GERD.
- Raucherentwöhnung: Rauchstopp führt bei normalgewichtigen Reflux-Patientinnen und -Patienten häufig zu einer signifikanten Symptomverbesserung.
- Schlafposition optimieren: Den Kopf beim Schlafen höher zu betten (ca. 20 cm), kann Säurereflux-Symptome beim Schlafen reduzieren. Auch auf der linken statt der rechten Seite zu schlafen, bewirkt meist eine signifikante Besserung nächtlicher Reflux-Symptome.
- Bequeme Kleidung tragen: Straff geschnallte Gürtel oder enge Kleidung können den Reflux verstärken und sollten deshalb vermieden werden.
- Zwerchfell stärken: Durch gezieltes Atemtraining (Bauchatmung) kann eine Linderung von Reflux-Symptomen erzielt werden.
- Stressmanagement: Wenn Stress die Refluxprobleme verstärkt, sollten Stressreduktionsstrategien zur Linderung eingesetzt werden. Auch Verhaltenstherapien (z. B. kognitive Verhaltenstherapie) bei psychischer Belastung können hilfreich sein.12
Ernährung bei Reflux: Was hilft wirklich?
Die Frage, ob es einen bestimmten Ernährungsplan gibt, der bei Reflux hilft, stellen viele Betroffene, bei denen der Lebensstil Auslöser der Symptome ist. Allerdings ist es sehr individuell, welche Lebensmittel Beschwerden auslösen. Deshalb gibt es leider keinen Reflux-Diätplan, der für alle passt. Trotzdem kann eine professionelle Ernährungsberatung bei Reflux helfen, persönliche Trigger zu identifizieren.
Folgende Lebensmittel und Getränke lösen bei vielen Menschen Reflux aus:
- Kaffee: Obwohl Studien widersprüchliche Ergebnisse zeigen, berichten viele Betroffene von Beschwerden. Als Ersatz entkoffeinierten oder säurearmen Kaffee zu trinken, kann helfen.
- Alkohol: Der Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Reflux-Beschwerden und Alkoholkonsum ist eindeutig belegt. Der Alkoholkonsum sollte bei säurebedingten Magenbeschwerden daher eingeschränkt werden.
- Kohlensäurehaltige Getränke: Auch das CO₂ in Getränken kann Reflux auslösen. Stilles Wasser ist deshalb die bessere Wahl.
- Schokolade, scharfe Speisen, Zitrusfrüchte, fettreiche Speisen: Es gibt bisher keinen Nachweis, dass diese Lebensmittel Reflux verursachen. Dennoch kann es im individuellen Fall sinnvoll sein, sie zu meiden, um die Symptome zu lindern.
Dass es bei Reflux helfen soll, Hafermilch anstelle von klassischen Milchprodukten zu nutzen, kann wissenschaftlich nicht bestätigt werden. Dasselbe gilt für andere Milchalternativen. Auch speziellen Brotsorten wie Dinkelbrot werden bei Reflux manchmal positive Effekte nachgesagt, die sich wissenschaftlich aber ebenfalls nicht bestätigen lassen. Vollkornprodukte mit hohem Ballaststoffanteil sind dennoch allgemein empfehlenswert.
Auch ohne allgemeingültigen Reflux-Diätplan – die folgenden Grundregeln können dabei helfen, Refluxproblemen vorzubeugen:
- Kleinere Mahlzeiten bevorzugen und nicht bis zur völligen Sättigung essen
- Fettreiche Mahlzeiten meiden13
Medikamente gegen Reflux-Symptome
Zur kurzfristigen und akuten Behandlung von Reflux-Symptomen kommen verschiedene Medikamentengruppen infrage. Antazida wie Rennie® sind für gelegentliches Sodbrennen sehr gut geeignet. Sie neutralisieren die Magensäure und wirken schnell und unkompliziert.
H2-Rezeptor-Antagonisten werden bei häufigen Beschwerden eingesetzt und helfen, indem sie die Säureproduktion reduzieren. Auch Protonenpumpenhemmer (PPIs) werden oft zur medikamentösen Therapie bei Reflux eingesetzt. Diese blockieren die Säureproduktion sehr effektiv. Allerdings sollten PPIs in der niedrigsten wirksamen Dosis eingenommen und möglichst nach drei Monaten wieder abgesetzt werden.14
Reflux mit den Produkten von Rennie® behandeln
Säurebedingte Magenbeschwerden wie Sodbrennen, das häufigste Symptom von Reflux, können mit Rennie® effektiv gelindert werden. Seit vielen Jahren als die Nummer 1 in der Apotheke beim Thema Sodbrennen bekannt1, wirkt das Antazidum dank einer Kombination aus Calciumcarbonat und Magnesiumcarbonat und neutralisiert Magensäure schnell und effektiv.
Rennie® Antacidum Spearmint
Die Rennie® Antacidum Spearmint Lutschtabletten sind der bewährte Klassiker gegen Sodbrennen. Sie lindern schnell, sanft und unkompliziert säurebedingte Magenbeschwerden.
- Frischer Minz-Geschmack ganz ohne Zucker
- Einfache Einnahme
- Für Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren
- Auch für Schwangere und Diabetiker geeignet
Die Lutschtabletten Rennie® Antacidum Orange haben einen leckeren Orangen-Geschmack.
1: IQVIA; OTC Data, ANTACIDA 03G1C/E/M +03G9, Absatz, MAT 12/25
Wann ist eine Operation bei GERD nötig?
Eine Operation kommt als Reflux-Behandlung infrage bei:
- anhaltenden Beschwerden trotz adäquater PPI-Therapie
- stark eingeschränkter Lebensqualität
- Komplikationen
- Notwendigkeit einer Langzeittherapie und Bevorzugung einer Operation
Bei dieser Operation, einer sogenannten laparoskopischen Fundoplikatio, wird der obere Teil des Magens um die untere Speiseröhre gelegt, um einen neuen Verschlussmechanismus zu schaffen. Die Operation kann laut Studien die Lebensqualität von Reflux-Betroffenen verbessern.15
1S2k-Leitlinie Gastroösophageale Refluxkrankheit und eosinophile Ösophagitis
2S2k-Leitlinie Gastroösophageale Refluxkrankheit und eosinophile Ösophagitis
3Hungin et. al. Management advice for patients with reflux-like symptoms: an evidence-based consensus. European Journal of Gastroenterology & Hepatology 36(1): p 13-25, January 2024. | DOI: 10.1097/MEG.0000000000002682
4https://doi.org/10.1097/01.npr.0000431881.25363.84 sowie S2k-Leitlinie Gastroösophageale Refluxkrankheit und eosinophile Ösophagitis (gesamtes Kapitel)
5S2k-Leitlinie Gastroösophageale Refluxkrankheit und eosinophile Ösophagitis
6https://doi.org/10.1097/01.npr.0000431881.25363.84
7S2k-Leitlinie Gastroösophageale Refluxkrankheit und eosinophile Ösophagitis
8S2k-Leitlinie Gastroösophageale Refluxkrankheit und eosinophile Ösophagitis
9Hungin et. al. Management advice for patients with reflux-like symptoms: an evidence-based consensus. European Journal of Gastroenterology & Hepatology 36(1): p 13-25, January 2024. | DOI: 10.1097/MEG.0000000000002682
10https://doi.org/10.1097/01.npr.0000431881.25363.84 sowie S2k-Leitlinie Gastroösophageale Refluxkrankheit und eosinophile Ösophagitis
11https://doi.org/10.1007/s00464-014-3431-z sowie S2k-Leitlinie Gastroösophageale Refluxkrankheit und eosinophile Ösophagitis
12Hungin et. al. Management advice for patients with reflux-like symptoms: an evidence-based consensus. European Journal of Gastroenterology & Hepatology 36(1): p 13-25, January 2024. | DOI: 10.1097/MEG.0000000000002682 sowie S2k-Leitlinie Gastroösophageale Refluxkrankheit und eosinophile Ösophagitis
13S2k-Leitlinie Gastroösophageale Refluxkrankheit und eosinophile Ösophagitis
14https://doi.org/10.1097/01.npr.0000431881.25363.84
15https://doi.org/10.1007/s00464-014-3431-z