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Hausmittel und Behandlungsmythen

Hausmittel stellen bei Sodbrennen und saurem Aufstoßen eine sinnvolle Ergänzung zur medikamentösen Behandlung dar. Die Liste natürlicher Helfer ist lang – man sollte aber nicht auf jede Weisheit vertrauen.

Auf folgende Hausmittel können Sie bei Sodbrennen zurückgreifen:

  • Wasser: Wenn Sie unter akutem Sodbrennen leiden, hilft ein großes Glas Wasser – möglichst ohne Kohlensäure – die aggressive Magensäure zu verdünnen.
  • Tee: Bewährte Heilpflanzen zur Beruhigung des Magen-Darm-Traktes sind Kamille, Fenchel, Anis, Spitzwegerich, Kümmel oder Schafgarbe – trinken Sie täglich 1 bis 3 Tassen des ungezuckerten Tees.
  • Trockenes Weißbrot, Haferflocken, Kartoffelpresssaft: Die in diesen Lebensmitteln enthaltene Stärke kann überschüssige Magensäure binden.
  • Kaugummi: Das Kauen von Kaugummi führt zu einer vermehrten Produktion von Bicarbonat-haltigem Speichel, der Säure neutralisieren kann. Es sollte jedoch kein Pfefferminzkaugummi sein.
  • Bewegung: Ein Verdauungsspaziergang fördert die Verdauung und regt die Magenentleerung an, sodass der Druck auf den Schließmuskel der Speiseröhre verringert wird.

Ungeeignete Hausmittel gegen Sodbrennen - Behandlungsmythen

  • Milch: Bei Sodbrennen erfreut sich kaum ein anderes Hausmittel so großer Beliebtheit - die Wirkung von Milch ist jedoch umstritten. Aktuell geht man davon aus, dass ein Glas kalte Milch Sodbrennen eher noch verstärken als lindern kann. Denn Milch hat einen leicht sauren pH-Wert und ist somit nicht in der Lage, Magensäure zu neutralisieren.
  • Pfefferminztee: Die Inhaltsstoffe der Pfefferminze wirken krampflösend und verdauungsfördernd, weswegen sie gerne bei Bauchschmerzen und Übelkeit eingesetzt wird. Bei Sodbrennen kann Pfefferminztee jedoch sogar zu einer Verschlimmerung der Beschwerden führen, da aufgrund der muskelentspannenden Wirkung auch der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen erschlafft. Zusätzlich wird durch die Anregung der Verdauung noch mehr Magensäure im ohnehin schon übersäuerten Magen produziert.
  • Verdauungsschnaps: Eine althergebrachte Weisheit besagt, dass man nach dem Genuss einer schweren und fettreichen Mahlzeit ein Glas Schnaps trinken soll, um die Verdauung anzuregen und Sodbrennen vorzubeugen. Zwar kann Alkohol aufgrund seiner muskelentspannenden Wirkung unangenehmen Magendruck lindern, bei Sodbrennen ist er allerdings gänzlich ungeeignet. Denn er kurbelt die Säureproduktion im Magen weiter an und stört die Funktion des Speiseröhrenschließmuskels, was erst recht Reflux hervorrufen kann.

Was ist mit Speisesoda?

Speisesoda, auch als Natron bekannt, ist ein beliebtes Hausmittel bei Sodbrennen, da es Säure bindet. Aber Vorsicht: Speisesoda sollte nicht zu häufig eingenommen werden. Bei einer übermäßigen Anwendung riskiert man eine Verschiebung des pH-Wertes im Körper. Die Folgen können Durchfall und andere Magen-Darm-Beschwerden sein.